Gemeinschaft, Glaube, Spaß und Schlaflosigkeit

Unter der Losung: „Du siehst mich“ fand dieses Jahr vom 24. – 28. Mai der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag, passend zu 500 Jahre Reformation, in Berlin und Wittenberg statt.

Helferfahrt auf den Kirchentag 2017

Zusammen mit 41 Helfern machten wir uns schon einen Tag früher, am Dienstag, gegen Mittag mit dem Reisebus auf den Weg nach Berlin. Um 22 Uhr erreichten wir endlich unser erstes Ziel, die Messe Berlin. Dort ging es zum Helfertresen, der Anlaufstelle für alle Helfenden. Dort erhielten wir unsere Helfer-Ausstattung, darunter das Helfer-T-Shirt und das begehrte Helferhalstuch. Nach ca. einer weiteren Stunde hatten wir unser Endziel erreicht, das Albert-Einstein-Gymnasium im Berliner Ortsteil Britz.

Nun hieß es noch die Stühle und Tische aus den beiden Klassenräumen herausräumen (wir brauchten ja Platz zum Schlafen), die Helfer-Ausstattung zu verteilen, das Schlaflager zu errichten und schlafen zu gehen.

Der nächsten Morgen startete direkt um 8 Uhr mit dem Frühstück in der Schule. Um 9 Uhr machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg zur Helferbegrüßung in der Messe. Es war ein toller Einstieg für die bevorstehenden Tage, der musikalisch von einer Band unterstützt wurde. Anschließend hatten wir Zeit, unsere Gruppe besser kennenzulernen. Dies war wichtig, da sich nicht alle Helfer unserer Gruppe vorher kannten. Gemeinsam ging es dann zum Mittagessen.

Unser Einsatzort in Berlin war sicherlich ein großes Highlight. Wir durften am Brandenburger Tor, an dem die größte der Hauptbühnen stand, helfen. Unser Helferdienst begann um 14 Uhr mit einer Einweisung in unsere Aufgaben. An diesem ersten Tag bestanden diese darin, den ganzen Abend hinweg eine Rettungszufahrt südlich der Bühne frei zu halten.

Der Auftakt des Programmes auf der Bühne bildete der Eröffnungsgottesdienst, welcher sehr gut besucht war. Im Anschluss folgte das Max Giesinger Konzert und der Abendsegen um 22 Uhr.

Doch mit Ende des Abendsegens endete unsere Schicht noch nicht. Erst als alle Besucher sicher vom Gelände gegangen waren, der Müll gesammelt und der Backstage-Bereich für den nächsten Tag vorbereitet war, kam es zu einer nächtlichen Besprechung direkt unter dem Brandenburger Tor. Fazit der Besprechung: Unsere Hallenleiterinnen (Verantwortliche für den Bereich Brandenburger Tor) waren sehr zufrieden mit unserer Arbeit! Nach diesem langen Tag machten wir uns müde auf den Weg zurück zur Schule.

Am nächsten Tag konnten wir alle ausschlafen und Berlin erkunden, denn unser Dienst begann, wie in den Folgetagen, erst ab 16 Uhr. Da auf „unserer“ Bühne an diesem Morgen Barack Obama und Angela Merkel ab 11 Uhr waren, machten sich manche von uns schon früh morgens auf den Weg dorthin, um dieses Event live mitzuerleben.

In unserem Dienst am Donnerstagabend fand eines der letzten Wise Guys-Konzerte statt. Es kamen über 50.000 Besucher, um die A-Capella-Gruppe noch einmal live zu sehen. Unser Helferdienst fand in mehreren Kleingruppen statt, unterer anderem um Podeste und Tribünen zu bewachen. Selbstverständlich standen wir, wie an allen Tagen während des Kirchentages, den Teilnehmenden für Fragen zur Verfügung.

Der Freitag lief ziemlich ähnlich ab. Unser Einsatz begann um 16 Uhr mit Objektschutz und Bewachung der Notausgänge. Abends begeisterte Yvonne Catterfeld die Besucher. Ab 22 Uhr fand der Tag mit dem Abendsegen und einem Lichtermeer einen gelungenen Abschluss. Nach letzten Arbeiten im Backstage-Bereich und auf der Bühne, machten wir uns alle zusammen auf den Weg zurück zur Schule. Doch der Abend war damit noch nicht vorbei; es folgte ein gemütliches Beisammensitzen im Freien, bei dem viele Geschichten erzählt wurden. Dieser Abend war für manche schon das Ende des Kirchentages, da sie am nächsten Tag frühzeitig abreisen mussten.

Am letzten Tag in Berlin gab es neben dem „normalen“ Programm rund um die Bühne noch die Abbaunacht. Hierbei werden alle Materialien des Kirchentags auf dem Veranstaltungsgelände eingesammelt, zusammengepackt und in das zentrale Lager transportiert. Schließlich muss ja in Berlin das normale Hauptstadtleben weitergehen. Auch wenn die Abbaunacht sehr schnell fertig war, war in dieser Nacht an schlafen für viele von uns nicht zu denken. Kaum waren wir in der Schule, machten wir uns auch schon wieder samt Gepäck auf den Weg zum Bahnhof Südkreuz. Um zum Festgottesdienst zu gelangen, ging dort um 6.20 Uhr unser Zug nach Wittenberg.

Wenn ich ehrlich bin, viel haben wir von dem Festgottesdienst nicht mitbekommen, da die Wege sehr lang und das Wetter sehr heiß war. Die Sonne prallte nur so vom Himmel, während wir im Gottesdienst die Kollekte eingesammelt und das Abendmahl verteilt haben. Im Anschluss an den Gottesdienst traten wir die lange Heimreise mit dem Reisebus an. Somit fand wieder einmal ein toller Kirchentag ein Ende.

Was ist Kirchentag?

Wenn man diese Frage der diesjährigen Helfergruppe stellt, kommt bei allen das Gleiche raus: Gemeinschaft, Glaube, Spaß und Schlaflosigkeit.

Aber egal wie anstrengend die Reise eines Helfers auf den Kirchentag auch ist, es ist jedes Mal ein Abenteuer. Unsere diesjährige Helfergruppe war ein starkes Team und es hat wirklich Spaß gemacht. Ich denke ich spreche für jeden, wenn ich sage: Kirchentag 2019… Dortmund! Wir sind dabei!

Laura Schlösser